Baukultur – mehr als schöner Wohnen

Es gibt Wörter, die umstellen wie Wände einen Raum, der leer ist. ,,Baukultur" ist so ein Wort. ,,Seine fragwürdige Karriere", schreibt Werner Durth in der Einleitung seines jüngsten Buches, verdanke der Begriff ,,dem offensichtlichen Mangel an dem, was er umschreibt und erwarten lässt, dem beklagten Mangel an menschenfreundlicher Gestaltung einer gebauten Umwelt, die den vielfältigen Bedürfnissen ihrer Bewohner entspricht".

,,Fragwürdige Karriere" – ist ,,Baukultur" demnach ein Zerrwort, eine Chimäre, eine negative Metapher? Die im besten Fall entlarvend oder als unfreiwillige Ironie zu verstehen ist?

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Die Kultur des Bauens in Deutschland

Jürgen Tietz

Seit enigen Jahrener lebt der Begriff der Baukultur in Deutschland eine Hochkonjunktur. Doch trotz intensiver Debatte über die Kultur des Bauens erhebt sich die architektonische und städtebauliche Wirklichkeit zwischen Nordsee und Alpen nur selten über das Mittelmass hinaus. Wunsch und Wirklichkeit sind halt nicht dasselbe. Gleichwohl gilt – wie der Blick in die Vergangenheit zeigt – der Grundsatz: Sag mir, wie du baust, und ich sage dir, wer du bist. 繼續閱讀

Hurra, uns fällt nichts mehr ein

Von Michael Mönninger

Im Kalten Krieg, da Österreich noch mitten im Ostblock lag, war Wien derart von der Welt abgeschnitten, daß junge Künstler und Architekten in Gedankenimplosionen schwelgen und über Himmel und Hölle phantasieren konnten. Weil es nichts zu bauen gab, entwarfen sie öko-futuristische Architekturen für befreite Menschen, tobten in Happenings ihre Wut auf die Welt von gestern aus und ließen in Installationen mit Schaum, Ballons und Feuerwerk die Wirklichkeit in Schall und Rauch aufgehen. 繼續閱讀